
- Safranblüte - © Alex Nice
Beim Würzen, Färben, Heilen, als Potenzmittel und Halluzinogen kommt Safran zur Anwendung und macht seit hunderten von Jahren von sich reden.
Was ist eigentlich Safran?
Das kostbare Gewürz Safran stammt vom Safrankrokus (Crocus sativus), auch Herbstkrokus, der – wie der Name schon verrät – anders als seine frühblühenden Kollegen im Herbst seine violetten Blüten öffnet. Seine aus der Blüte heraushängenden roten Narbenfäden sind das, was auch als Safranfäden bekannt ist. Normalerweise sind es drei pro Blüte, in seltenen Fällen kann eine Safranblüte aber bis zu sechs Narben aufweisen. Dann wird sie als Königin bezeichnet.
Wo wächst der Safrankrokus?
Dem Safran hängt etwas Exotisches an, ein ferner Duft aus 1001 Nacht. Tatsächlich ist der Safrankrokus in Kleinasien und im östlichen Mittelmeerraum heimisch. Angebaut wird er heute hauptsächlich im Iran, in Kaschmir und im Mittelmeerraum. Doch auch in Österreich und in der Schweiz gibt es kleinere Anbaugebiete.
Safran – Ernte in Handarbeit
Der Safrankrokus blüht zwischen September und November, nur einmal pro Jahr und nur für etwa zwei Wochen. Die kostbaren Narbenfäden werden bei Sonnenaufgang am ersten Blütetag der Pflanze gesammelt und anschließend getrocknet.
Etwa 120 Krokusblüten werden benötigt, um 1 Gramm echten Safran zu gewinnen. Safran sollte – am besten in Fäden – fest verschlossen und trocken in einer Dose aufbewahrt werden.
Was tun mit dem roten Gold aus der Safranblüte?
Rotes Gold wird der Safran auch genannt. Dabei ist er für seine gelbfärbende Wirkung bekannt. Crocin heißt der Farbstoff des Safrans: "Safran macht den Kuchen gehl" (gelb), heißt es im Kinderlied Backe, backe Kuchen. Auch für Risotto Milanese, Paella, Bouillabaisse und orientalische Gerichte wird er gern genommen. Echter Safran punktet durch seinen Geruch, die Farbe und natürlich den Geschmack.
Safran – Potenzmittel und Heilkraut
Safran bringt "Begierde zur Unkeuschheit", wie Lonicerus schon 1679 feststellte. Allein sein Duft soll ausreichen, um die Lust zu wecken. Auch eine halluzinogene Wirkung wird dem Safran nachgesagt, die mit Opium vergleichbar sei. Eine Überdosis Narbenfäden kann durchaus gefährlich werden.
In der Medizin spielt Safran heute keine große Rolle. Angesichts der Palette an Leiden, gegen die er helfen soll, eigentlich unverständlich. Bei Kopf- und Halsschmerzen, Magenkoliken und Verdauungsstörungen soll er helfen, ebenso wie bei Schlaflosigkeit, Hautproblemen und Frauenleiden. Auch eine kräftigende und herzstärkende Wirkung wird ihm nachgesagt.
Saflor – Safranersatz und Safranfälschung ohne Mythos
Saflor oder Färberdistel wird als Safranersatz genommen, weil der echte Safran so teuer ist. Die Färberdistel hat durchaus auch gute Inhaltsstoffe und Eigenschaften, aber es fehlt ihr der Mythos, der den echten Safran umgibt – und dessen Geschmack.
Wer auf Glück in der Liebe aus ist, mag es mit den alten Phöniziern halten, die Kuchen mit hohem Safrangehalt buken, um der Liebesgöttin zu huldigen.
